Energieratgeber Landkreis Hof - page 43

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Die dichteste Hülle ist immer die wärmste. Auch beim Gebäude
Leben im Passivhaus ist aktiver Klimaschutz
Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Passivhäuser
kräftig zu Buche schlagen, betragen die Mehrkosten in etwa
nur fünf bis zehn Prozent gegenüber einem gewöhnlichen
Neubau. Das Passivhaus ist der Stand der Technik in Sachen
Ökonomie und der Endpreis hängt immer von der Fachkunde
des Planers und des richtigen Handwerkers ab. Dabei gibt es
Passivhäuser schon seit den 90ern.
Der Unterschied gegenüber einem „normalen“ Haus ist, dass
alle hier bisher aufgeführten wärmespeichernden Maßnah-
men zum Einsatz kommen. Eine hochwertige Dämmung
der kompletten Außenhülle inklusive der Fenster ist genau-
so wichtig, wie Fugendichte, kontrollierte Lüftung mit Wär-
merückgewinnung, Nutzung innerer Abwärme sowie solare
Wärmegewinnung durch große Südfenster. Außerdem wer-
den in der Planung die optimale Ausrichtung und Form des
Gebäudes berücksichtigt. Der Wärmeverlust wird so stark
reduziert, dass kaum noch geheizt werden muss. Reicht eine
Zuluftheizung mit Erdwärmetauschern aus, spricht man von
einem Passivhaus.
Besonders angenehm ist hier auch der Komfort: Gleichmäßig
warme Oberflächen im Raum, keine Temperaturschwankun-
gen oder Zugluft, hygienische Raumluft für beispielsweise
Allergiker, gleichmäßiges Innenklima, geringer Energiever-
brauch, unabhängig von Öl oder Gas und am Ende gut für
unsere Zukunft in vielerlei Hinsicht.
Das Passivhaus in Zahlen – und das bringt’s:
Heizwärmebedarf:.............................max. 15 kWh/m
2
a
(ca. 1,5 Liter Heizöl/m
2
a)
Heizlast:.................................................max. 10 W/m
2
a
Wärmedurchgang durch
nicht transparente Hüllflächen:....U-Wert max. 0,15 W/m
2
K
Wärmedurchgang durch
Fenster und Türen:.............................U-Wet max. 0,80 W/m
2
K
Das Passivhaus ist die Grundlage weiterführender Energie-
standarts wie dem Nullenergiehaus oder dem Plusenergie-
haus. Beide Konzepte verfügen über zusätzliche Photovol-
taikanlagen, die aber leider für deutlich mehr Kosten sorgen
als ihre zusätzliche Energieeinsparung. Aus ökologischen Be-
weggründen entscheiden sich jedoch immer mehr gut situ-
ierte Klimaschützer dafür.
Weiterführende Informationen finden Sie auf
oder
Klimaschutz und Denkmalschutz arbeiten Hand
in Hand
Wie das geht, fragen Sie sich? Gerade historische Gebäude
können von einer energetischen Sanierung profitieren. Eine
gute Isolierung, die für konstante Temperaturen sorgt, ist
auch immer vorteilhaft für die Bausubstanz. Feuchtigkeit hin-
gegen, die gerne dort entsteht, wo die Materie starken Tem-
peraturgefällen ausgesetzt ist, lässt Wände schimmeln, Holz
faulen und greift sogar Mauerwerk an.
Lassen Sie sich gut beraten, denn Bau- und Sanierungsmaß-
nahmen an denkmalgeschützten Gebäuden bedürfen im-
mer einer Genehmigung vom Amt. Leider gibt es hier keine
festen Regeln, die für alle gelten. Jeder Fall, jedes Gebäude
hat andere Grundvoraussetzungen, die sich durch eine Vor-
ab-Analyse in Möglichkeiten verwandeln lassen – zum Schutz
Ihres Gebäudes und unserer Umwelt.
Nicht immer muss es gleich eine Sanierung der Fassade sein.
Darf beispielsweise die Gebäudehülle nicht verändert wer-
den, kommen technische Alternativen in Frage. Die schlechte
Dämmeigenschaft kann in vielen Fällen durch eine spezielle
Heiz- oder Belüftungsanlage ausgeglichen werden. Es gibt
mittlerweile für fast jede Ausgangssituation die passende Lö-
sung.
Der Experten-Tipp
Häufig bezieht sich der Denkmalschutz nur auf einzelne
Teile des Gebäudes. Mit der richtigen Beratung kann man
diese sehr effektiv in ein Gesamtenergiesparkonzept in-
tegrieren.
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