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Die dichteste Hülle ist immer die wärmste. Auch beim Gebäude
Fassadendämmung
Sind bei Ihnen neue Fenster geplant? Oder soll Putz erneuert
werden? Über eine Dämmung der Außenwände nachzuden-
ken macht Sinn, wenn an der Fassade sowieso Renovierungs-
arbeiten anstehen. Schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer
Klappe und verbinden Sie die optische Aufwertung Ihres Ei-
genheims mit einer energiesparenden. Zunächst sollten Sie
allerdings klären, welche Dämmung für Ihr Gebäude in Frage
kommt. Nicht jede Dämmung eignet sich für jeden Wandauf-
bau.
Der Experten-Tipp
Sogenannte „Dämmputze“ oder „energiesparende An-
striche“ kosten ein Vielfaches und bringen im Gegenzug
wenig. Schauen Sie lieber genau aufs Etikett, dann haben
Sie länger etwas davon.
Außendämmung
Wie der Name schon verrät, wird bei der Außendämmung die
Dämmschicht auf die Außenfläche der Wand aufgebracht.
Das bietet einen guten Schutz gegen Witterung, Wärmever-
luste und sogar Wärmebrücken. Eine gute Außendämmung
gleicht einem dichten Wintermantel. Wie bei diesem spielt
auch die Optik mit. So macht es keinen Sinn, über eine Au-
ßendämmung bei einem historischen Fachwerkhaus nach-
zudenken. Bei einem einschaligen Wandaufbau jedoch, wie
bei massivem Mauerwerk oder einer Holzständerkonstrukti-
on, kann man mit Außendämmung die Wand je nach Aufbau
deutlich verdicken und das Innere besser „verpacken“ und
somit warm halten.
Etwaige Grundstücksgrenzen oder ein direkt angrenzender
öffentlicher Gehweg können Ihrem Bauvorhaben im Wege
stehen. Daher gilt es, solche wichtigen Fakten im Vorfeld
zu überprüfen. Damit die Außendämmung von Gebäuden,
die an der Grundstücksgrenze stehen, nicht am Widerstand
der Nachbarn scheitert, gibt es im Nachbarrecht [Art. 46a
und 46b des Bayerischen Gesetzes zur Ausführung des Bür-
gerlichen Gesetzbuches und anderer Gesetze (AGBGB)] Dul-
dungspflichten und Betretungsrechte. Unter bestimmten
Voraussetzungen ist der Nachbar gegen Zahlung einer Über-
baurente zur Duldung einer in sein Grundstück hineinragen-
denWärmedämmung verpflichtet. Damit die Arbeiten durch-
geführt werden können, gibt es weiterhin unter bestimmten
Voraussetzungen ein Recht zum vorübergehenden Betreten
und Nutzen des Nachbargrundstücks. Gut also, wenn man ei-
nen erfahrenen Energieberater an seiner Seite hat.
Kerndämmung
Ein zweischaliges Mauerwerk und die Tatsache, dass Sie Ihre
Fassade gar nicht verkleiden möchten oder dürfen, eröff-
net Ihnen die Möglichkeit der Kerndämmung. Wie bei einer
gefütterten Daunenjacke wird hier der Hohlraum zwischen
zwei Materialen (Mauern) angefüttert – und zwar mit Spezial-
Dämmstoffen. Diese werden entweder eingeschüttet oder
hineingeblasen. Sie sollten in jedem Fall einen Spezialisten
hinzuziehen und zwar vor und während des Bauprozesses.
Der Bauphysiker berechnet im Vorfeld die Wände im Hinblick
auf Wärme und Feuchtigkeit. Denn auch hier kann durch un-
sachgemäßes Vorgehen mehr Schaden als Nutzen angerich-
tet werden.
Außendämmung
Kerndämmung