Energieratgeber Landkreis Hof - page 39

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Die dichteste Hülle ist immer die wärmste. Auch beim Gebäude
Innendämmung
Die Innendämmung ist schließlich die dritte und letzte Al-
ternative. Sie greift, wenn wirklich gar nichts anderes mehr
möglich ist. Obwohl sie mit dem geringsten Aufwand ver-
bunden ist, muss man bei ihr am meisten beachten. Sie kann
eigentlich immer und bei jedem Gebäude im Nachhinein
an- bzw. aufgebracht werden kann. Bauphysikalisch betrach-
tet birgt sie bei unsachgemäßem Vorgehen oder schlechter
Vorab-Beratung aber leider auch die meisten Gefahren.
Man kann sie sich ganz leicht wie das sichtbare Teddyfutter in
einer Jacke vorstellen. Wichtig sind auch bei diesem die Aus-
wahl der richtigen Materialien sowie viel Sorgfalt bei der Aus-
führung. So gilt es natürlich, Wärmebrücken zu vermeiden.
Sogenannte Dampfsperren kommen außerdem zum Einsatz,
damit es zu keiner Kondensation hinter der Dämmschicht
kommt und keine feuchten Stellen die häufig historischen
Gebäudehüllen angreifen können. Einen guten Fachberater
erkennen Sie daran, dass er Sie über all diese Fakten infor-
miert.
Dämmstoffe
Hat man die Art der Dämmung abgeklärt, geht es an die Aus-
wahl des richtigen Dämmstoffes. Aber keine Sorge, im Ge-
genteil zur richtigen Wahl Ihres Wintermantels, müssen Sie
sich diese Gedanken im Idealfall nur ein einziges Mal machen.
Und das hält dann – Winter für Winter für Winter. Und natür-
lich auch Sommer für Sommer für Sommer. Denn eine gute
Dämmung funktioniert natürlich immer in beide Richtungen.
Was im Winter angenehm warm hält, hält im Sommer ange-
nehm kühl.
Faktoren für einen guten Dämmstoff sind eine Wärmeleitfä-
higkeit von 0,035W/(mk) oder weniger, eine Brennbarkeit von
nicht brennbar (A) bis normal entflammbar (B2), der Anwen-
dungstyp (ergibt sich wiederum aus der Art der Dämmung),
Widerstand gegen Feuchtigkeit, die Trittfestigkeit, das Ge-
wicht und die ökologische Verträglichkeit. Und am Ende soll
der Dämmstoff natürlich nicht nur in Ihr Haus, sondern vor
allem auch ins Budget passen. Auch da gibt es für jeden Be-
darf, das passende Angebot.
Der Experten-Tipp
Nur mit CE gekennzeichnete Dämmstoffe benötigen bei
gleicher Wärmeleitfähigkeit 20 Prozent mehr Dicke ge-
genüber Dämmstoffen mit Ü-Zeichen.
Grafik:
Dämmen mit Hanf
Mit einem Fassadendämmsystem aus Hanf offerieren Spezi-
alanbieter eine echte Alternative zu herkömmlichen Syste-
men. Mit dem flexiblen Distanzsystem „Thermo-Hanf“ kann
jede Art von Fassade gestaltet werden, ob aus Holz, Metall,
Plattenbaustoffen oder Putz auf Putzträgerplatten. Das Ma-
terial „Thermo-Hanf“ ermöglicht eine nahezu wärmebrü-
ckenfreie Montage. Hanf kann am Altbau wie am Neubau
eingesetzt und bis zu einer Materialdicke von 320 Millimeter
eingebaut werden. Durch die Aufbringung soll viel Energie
eingespart werden. Insbesondere bei Altbauten mit schlech-
ter Energiebilanz kann durch die mit dem Einbau verbundene
Verbesserung des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert)
der Energiebedarf bis zu einem Zehntel der vorher benötig-
ten Energiemenge verringert werden.
Dach
Warme Heizluft steigt im Haus nach oben und geht über das
Dach oder die oberste Geschossdecke verloren – sofern nicht
ausreichend gedämmt ist. Doch wann macht welche Däm-
mung Sinn? Am einfachsten funktioniert’s bei nicht genutz-
Mehr Kostensenkung durch mehr Dämmstoff -
und das bringt’s:
ungedämmt 5 cm DS 10 cm DS 20 cm DS 30 cm DS
U-Wert Wand
in W/m
2
* K
1,45
0,52 0,32 0,18
0,12
Wärmeverlust
Liter Heizöl/Jahr
pro m
2
Wand
ca. 16 ca. 6 ca. 3,5 ca. 2 ca. 1,3
Wärmeverlust
Liter Heizöl/Jahr
bei 250 m
2
Wand
ca. 4000 ca. 1500 ca. 875 ca. 500 ca. 325
Tabelle: DS = Dämmstoff, Ausgangssituation: 250 m
2
Außenwand, 24 cm Hochloch-
ziegel (λ = 0,5 W/mK), verputzt; Außendämmung mit Dämmstoff (λ = 0,04 W/mK)
Innendämmung
1...,29,30,31,32,33,34,35,36,37,38 40,41,42,43,44,45,46,47,48,49,...60
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