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Drinnen bleibt’s kuschelig warm, wenn’s außen herum rich-
tig zu ist. Klingt logisch! Trotzdem verwenden wir viel mehr
Gedanken an ausreichend warme Kleidung als an eine ausrei-
chend „warme“ Gebäudefassade. Das Fatale daran: Fast die
Hälfte der in Deutschland eingesetzten Energie verbrauchen
Gebäude und ihre Schwachstellen. Rund 40 Prozent des Koh-
lenstoffausstoßes gehen auf dasselbe Konto. Lernen Sie Ursa-
chen und Lösungen an dieser Stelle kennen.
Machen Sie aus Schwachstellen starke Stellen.
Wir zeigen Ihnen wie.
Man muss sich nur Folgendes überlegen: Alles, was Ihrem
Wohnkomfort dient, ist auch für unsere Umwelt und Ihren
Geldbeutel gut. Das ist doch ein schöner Anreiz, das Eigen-
heim oder die Mietwohnung mal ein bisschen genauer unter
die Lupe zu nehmen.
Manches wird Ihnen dabei sofort ins Auge fallen - beispiels-
weise wie es um Ihre Hausdämmung steht oder ob Keller und
Wintergarten effizient ins Gebäude integriert sind. Manches
spielt sich allerdings auch im Verborgenen ab und Bedarf der
Begutachtung durch echte Spezialisten. Die gute Nachricht:
Hat man den oder die Übeltäter für Zugluft und Kältebrücken
erst einmal ausgemacht, gibt es auch immer die richtige und
schnelle Abhilfe.
Einer energetischen Gebäudesanierung sollte immer eine
qualifizierte Energieberatung vorausgehen, um zunächst den
Ist-Zustand des Gebäudes zu ermitteln. Auf den folgenden
Seiten können Sie sich einen ersten Überblick verschaffen.
Nachdem Sie bestens über Ihr Gebäude im Bilde sind, ent-
scheiden Sie, was im Weiteren geschehen soll. Vorher-Nach-
her-Berechnungen können hier eine gute Orientierung lie-
fern. Schließlich möchten viele Hauseigentümer und Mieter
nicht mehr reinstecken, als es Ihnen später auch wirklich
nutzt.
Wichtig ist, dass Ihr Energieberater Sie während des gesam-
ten Baus bzw. der Sanierung begleitet – nicht nur im Vorfeld.
Manche Fragen können sich nämlich auch erst später stellen.
Und nicht immer sind die anfangs günstigeren Angebote
auch die längerfristig günstigsten.
Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen eine erste Hilfe-
stütze, indemwir auf die verschiedenen Parameter eingehen.
Wärmebrücken
Diese werden umgangssprachlich auch häufig als Kältebrü-
cken bezeichnet, weil es dort immer deutlich kälter ist, als
im umliegenden Raum. Das liegt daran, dass Wärmebrücken
deutlich mehr Wärme nach außen abgeben als ihr Umfeld.
Diese Wärme geht für immer verloren. Außerdem sind solche
Stellen im Raum ungemütlich und sorgen im schlimmsten
Fall für gesundheitliche Einschränkungen. Der eine bekommt
durch Zugluft am Schreibtisch einen steifen Nacken. Der an-
dere ist empfindlicher und wird richtig krank.
Im schlimmsten Fall verursachen Wärmebrücken Gebäude-
schäden und zwar aus folgendem Grund: Durch die geringe-
re Temperatur als im Restraum kondensiert die Feuchtigkeit
der Raumluft. Es entstehen Wandfeuchte und Schimmelpilze.
Diese beeinträchtigen nach einer gewissen Zeit schließlich
die eigene Gesundheit. Besser also, man lässt es gar nicht erst
so weit kommen.
Doch wo überall sind Wärmebrücken versteckt? An unge-
dämmten Rollladenkästen, Heizungsnischen und Erkern, aber
auch an Balken, Wänden, Fenstern, Ecken, Dächern oder Bal-
konplatten. Eine gute Möglichkeit, die nicht nur sofort sicht-
baren Verursacher ausfindig zu machen, sind Thermografie-
Aufnahmen. Hierbei werden mit einer Wärmebildkamera
während der Heizperiode die Oberflächentemperaturen am
Gebäude ermittelt. Aussagekräftige Bilder liefert dieses Vor-
gehen bei einem Temperaturgefälle zwischen 15 und 20 °C
zwischen innen und außen.
Gut isolierte Stellen erscheinen auf dem Bild blau oder vio-
lett, was kalt bedeutet. Hier wird kaum Wärme nach außen
abgegeben. Schlecht isolierende Parameter geben Wärme
nach außen ab und erscheinen rot oder gelb.
Die dichteste Hülle ist immer die wärmste. Auch beim Gebäude
Thermografie-Aufnahme
Der Experten-Tipp
Das Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle
(BAFA) fördert Thermografieaufnahmen im Rahmen ei-
ner „Vor-Ort-Beratung“. Informieren Sie sich gleich auf
und profitieren auch Sie davon.