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Herr Fröhlich, seit gut einem Jahr sind Sie nun Erster Bürger-

meister in der Gemeinde Rohr. Was ist der Unterschied zwischen

einem Lehrer, denn das waren Sie ja zuvor, und einem Bürger-

meister?

Zunächst fällt der Dreiviertelstundentakt weg, der mich

durch zwanzig Jahre Schuldienst gehetzt hatte. Nun plane

ich meinen Arbeitsrhythmus selbst. Meine Wochenarbeits­

zeit ist sehr hoch und Ferien gehören auch der Vergangen­

heit an, aber ein hohes Arbeitspensum hatte ich als Kon­

rektor auch schon.

Für mich als Bürgermeister ist nun Schule, als Träger

der Bildungseinrichtung, ein kleiner Teil des gesamten

Arbeitsfeldes. Mein neuer Aufgabenkosmos ist nahezu

unbegrenzt. War ich bisher der Lehrende, so lerne ich jetzt

nahezu täglich neue Inhalte und Zusammenhänge. Rück­

blickend glaube ich sagen zu dürfen, ich war ein guter Leh­

rer. Nun arbeite ich daran, den Bürgerinnen und Bürgern

ein guter Bürgermeister zu sein.

Was war Ihre erste Amtshandlung als Bürgermeister?

In der Nacht vom ersten auf den zweiten Mai 2014 gab es

ein heftiges Starkregenereignis. Am nächsten Morgen galt

es, bei mehreren Ortsbesichtigungen die Schäden in den

„Moderne Heimat für alle Generationen“

INTERVIEWMIT DEM ERSTEN BÜRGERMEISTER FELIX FRÖHLICH

verschiedenen Ortschaften in Augenschein zu nehmen. Am

Nachmittag war dann ein Wildschaden, verursacht durch

Wildschweine, aufzunehmen.

Die Gemeinde Rohr nimmt mit ihrem „Zukunftswald Rohr“ eine

Vorreiterrolle in ganz Bayern ein. Wie schätzen Sie die Bedeu-

tung dieses Projektes ein?

Nach Fachgesprächen und den Eindrücken bei Führungen

durch unseren „Zukunftswald“ bin ich persönlich überzeugt,

dass der Ausbau von Mischwäldern die richtige Antwort auf

den Klimawandel in unserer Region ist. Durch die breit an­

gelegte Unterpflanzung großer Flächen mit Rotbuchen und

anderen Laubgehölzen kann auf kostspielige Umzäunungen

verzichtet werden. Eine gute Kooperation zwischen Jagd-

und Forstgenossenschaften reguliert den Wildverbiss.

Ihre Gemeinde ist weit über die regionalen Grenzen hinaus

für seine Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte

bekannt. Hier kann man alles kaufen, was man zum täglichen

Leben braucht.

Das ist richtig. Bei uns bekommen Sie Obst-, Gemüse-, Ge­

treide- und Tierprodukte frisch auf den Tisch. Wissen wo‘s her­

kommt, wissen wie‘ s wächst, wissen, dass es schmeckt. Durch

die kurzen Vermarktungswege stimmt auch die CO2-Bilanz.

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