Die herrschaftlichen Verhältnisse in den Orten waren
imMittelalter und der Frühen Neuzeit sehr kompliziert.
Wichtigster Herrscher und mächtigster Grundbesitzer war
das
MarkgrafentumAnsbach
. Einflussreiche Grundherren
waren noch die
Stadt Nürnberg
, das
Markgrafentum
Bayreuth
, der
Deutsche Orden
, das
Hochstift Eichstätt
und das
Kloster Ebrach
.
Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Rohr gab es sogar
Adlige
, die Techendorfer, die Rohrer und die Prünsterer.
Ein Totenschild (1410) erinnert an das alte Adelsgeschlecht
der Prünsterer, er wird im Germanischen Nationalmuseum
in Nürnberg verwahrt.
Ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte ereignete
sich 1639, mitten im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648):
Eigentlich wollte Barbara Regerdin nur die Kräuter und
Gräser in ihrem Garten verbrennen, als der Wind die Fun
ken überspringen ließ und einen
Brand
in Gang setze,
der ganz Rohr niederbrennen sollte – bis auf die Schule
und das Pfarrhaus. Der Wiederaufbau dauerte sehr lange
und kam erst in Schwung, als nach 1648 österreichische
Glaubensflüchtlinge in Rohr eine neue Heimat fanden.
Ein großer Entwicklungsschritt ereignete sich 1818 als
mit einem
Gemeindeedikt
von König Max I. Joseph von
Bayern die kommunale Selbstverwaltung mit Gemeindevor
steher und Gemeindeausschuss begann. Damals entstan
den schon die
vier Gemeinden
, die bis 1978 Bestand haben
sollten: Gustenfelden, Prünst, Regelsbach sowie Rohr.
Wappen
Das Familienwappen eines Ortsadels mit Namen „de
Ror“/„Rorer“ (13. Jahrhundert) bildet die Grundlage für
das Rohrer Wappen. Das Wappen der Familie und das
Wappen Rohr zeigen beide einen von Rot und Schwarz
gevierten Schild, der mit einem silbernen Balken belegt
ist. Die Farben Silber und Schwarz erinnern zudem an
die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Um noch
mehr auf den Ort einzugehen, hat man zwei Rohrkolben
in das Wappen mit aufgenommen.
Bestimmt schon seit Jahrhun-
derten das Ortsbild von Rohr:
die Kirche St. Emmeram.
Das ist Rohr
DAS WAPPEN
„Geviert von Rot und Schwarz, belegt
mit zwei schräg gekreuzten goldenen
Rohrkolben, in der Mitte überdeckt
von einem silbernen Balken.“ (aus der
Urkunde der Regierung von Mittel-
franken vom 29.01.1982)
Mehr über die Geschichte Rohrs erfahren Sie im Buch
„ROHR – Aus der Geschichte einer Gemeinde imHerzen
Mittelfrankens“, Martin Schieber, 2006.
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