Deusmauer Moor:
Heimat für seltene Pflanzen und Tiere
Das 73 Hektar große Deusmauer Moor an der
Schwarzen Laber zählt nicht nur zu den ökologisch
wertvollsten Gebieten im Landkreis Neumarkt,
sondern es ist auch eine Besonderheit im gesam-
ten Fränkisch-Oberpfälzer Juragebiet. Wegen der
kleinklimatischen Gegebenheiten (nachts wird es
sehr kalt, der Boden erwärmt sich im Frühling nur
langsam) können hier im Naturschutzgebiet seltene
Pflanzen überleben. Dort brüten mehrere stark be-
drohte Vogelarten wie zum Beispiel die Bekassine
und das Blaukelchen. Im Moor findet man dazu
noch botanische Gewächse, die nur noch selten in
ganz Deutschland vorkommen wie die dickblättrige
Sternmiere (Stellaria crassifolia). Wissenschaftlich
wertvoll sind auch das breitblättrige Wollgras, der
Bunte Schachtelhalm und mehrere Orchideenarten.
Dort, wo man das Moor nicht betreten kann, an den
tief morastigen Stellen, wachsen im Schutz eines
Erlenwaldes Wasserschierling, Sumpfkalla, Zyper-
grassegge und Zungenhahnenfuß. Wo man früher
den Erlenwald gerodet hat, blühen jetzt Eisenhut,
Mädesüß und Baldrian. Bei wissenschaftlichen Er-
hebungen hat man insgesamt 30 hochgradig gefähr-
dete Pflanzenarten gezählt, die im Deusmauer Moor
noch eine Heimat finden. Bei den Tieren sind es gar
etwa 150 Arten. Mehr als die Hälfte des Deusmauer
Moores ist von Erlenbuchwäldern und Weidenbü-
schen bewachsen. Diese Wälder sind zwar erst Mit-
te des 20. Jahrhunderts entstanden, sie zeigen aber
gut, wie die Natur ohne Einwirkung des Menschen
aussehen kann.
Verzaubert
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Dr. Josef Guttenberger,
Natur- und Umweltexperte
Die Natur um Velburg ist was
für stille Genießer. Sie offen-
bart sich dem Wanderer bei
Ausflügen als bucklige Welt,
die an sonnenverbrannten
Hängen einen bemerkenswer-
ten Blütenreichtum hervorbringt, während sich an
den schattigen Ost- und Nordhängen verwunschene
steile Felswände verbergen. Verwast und bemoost
bieten sie dem Neugierigen Klüfte und Höhlen
zum Verstecken und Erkunden. Lücken im dichten
Waldkleid bieten überraschende Ausblicke. Ein
besonderes Kleinod ist im Tal der Schwarzen Laber
versteckt: das Deusmauer Moor. Ohne Weg und
Steg lässt es für den Unkundigen nur neugierige
Blicke vom Rand aus zu. Man ahnt, warum es hier
dem Biber gefällt. Mit ihm haben sich viele Arten
des feuchten Lebensraumes wieder angesiedelt und
zu einem Artenreichtum ohnegleichen beigetragen.
Fingerhut
Deusmauer Moor