Informationsbroschüre Georgensgmünd - page 43

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Rund 90 Einwohner zählt der Ort Werns-
bach etwa vier Kilometer östlich von Ge-
orgensgmünd, der heute durch die stark
befahrene Bundesstraße B2 geprägt ist.
Schon früher rumpelten Ochsen- und
Pferdefuhrwerke auf der Nord-Süd-Ver-
bindung von Nürnberg nach Augsburg
durch den Ort. Was den beiden Schmie-
den im Ort und der Wirtschaft zu guten
Umsätzen verhalf. Erstmals urkundlich
erwähnt wurde der kleine Ort im Jahr
1345. Nach dem Ende des Dreißigjäh-
rigen Krieges wurde Wernsbach nur
langsam wieder besiedelt. Neben der
Landwirtschaft boten insbesondere auch
die nahegelegenen Steinbrüche und das
Brechen der Burgsandsteinquader eine
gute Einnahmequelle für die Bewohner.
Der feste Burgsandstein hier ist so stabil,
dass er nicht sofort zerfällt. Geologen
nennen das „quarzitische Kornbindung“.
Seine hohe Qualität eignete sich beson-
ders als Material für große Bauwerke
wie Burgen, Kirchen oder Wohnhäu-
ser. Früher wurden die schweren Qua-
der mit Pferdefuhrwerken bis in die 40
Kilometer entfernte Freie Reichsstadt
Nürnberg transportiert. Man hatte so-
gar eine Rollbahn zum Bahnhof in Geor-
gensgmünd geplant, die aber dann nicht
mehr gebaut wurde. Wegen des Verfalls
der Preise ruhte der Steinbruchbetrieb
in den 1930er-Jahren. Nach dem Zwei-
ten Weltkrieg wurde noch einmal für
einige Jahre roter Stein gebrochen, vor
allem zum Wiederaufbau der im Krieg
zerstörten Kirchen und Sandsteinbauten
Nürnbergs.
Heute sind die Steinbrüche, die sich über
ein Terrain von mehreren Quadratkilo-
metern erstrecken, ein lohnendes Ziel
für Spaziergänger. Mit ihrer besonderen
Stimmung inmitten des Waldes bilden
sie Sommer wie Winter eine reizvolle
Kulisse für Wanderungen und Ausflüge.
2010 hat das Bayerische Staatsministe-
rium für Umwelt und Gesundheit die
„Historischen Steinbrüche Wernsbach“
ausgezeichnet und in die Liste „Bayerns
schönste Geotope“ aufgenommen.
Für die Wernsbacher gab es lange Zeit
wenig andere Einnahmequellen neben
der Landwirtschaft und der Arbeit in
den Steinbrüchen. In den 1920er-Jahren
machte sich die Schreinerei Wackers-
reuther einen Ruf mit der Konstruktion
von Segelflugzeugen. 1972 entscheiden
sich die Wernsbacher für den Anschluss
an die Gemeinde Georgensgmünd.
D I E O R T S T E I L E
D I E O R T S T E I L E
Skulpturengalerie Into Africa
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