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18

geschichte

Von Römern und stolzen Bürgern

In der Zeit ab dem 1. Jh. n. Chr. entstand bei

Weißenburg eine bedeutende

römische Mili-

tär- und Zivilsiedlung

mit Namen „Biricianis“.

Sie war ein zentraler Standort am

Raetischen

Limes

, der von der UNESCO zum Weltkulturer-

be ernannt worden ist. Dieser Limes, das teilre-

konstruierte

Kastell Biricianis

, die

Römischen

Thermen

, ein großer

Schatzfund

,

das Römer-

museum

und das

Limes-Informationszentrum

sorgen dafür, dass man die römische Geschichte

in Weißenburg noch heute sehen, fühlen und

erleben kann.

Dem römischen Zentralort folgte eine Besiede-

lung durch die

Alemannen

. Erste nachweisbare

Spuren weisen auf einen Herrenhof im Bereich

des heutigen Platzes

An der Schranne

hin. An

Stelle der jetzigen Kunsthalle entstand wohl um

665 der erste Vorläuferbau der St.-Martinskir-

che. Das zu dieser bäuerlichen Siedlung gehöri-

ge Reihengräberfeld außerhalb der Altstadt wird

dem 6./7. Jahrhundert zugeordnet.

Den zweiten frühmittelalterlichen Siedlungs-

kern markiert ein

fränkischer Königshof

(867

erstmals urkundlich erwähnt), der im Zuge der

fränkischen Reichsorganisation wohl im späten

7. Jh. angelegt worden ist. Er lag vermutlich im

Bereich des heutigen

Martin-Luther-Platzes

. Es

liegt nahe, dass sich in diesem Stützpunkt auch

Karl der Große

aufhielt, um den Bau der „Fos-

sa Carolina“ (erste Wasserverbindung von Main

und Donau südlich von Dettenheim) zu über-

wachen. Im Unterschied zu der eher dörflichen

Siedlung um St. Martin ließen sich östlich und

nordöstlich des Königshofs Kaufleute und Hand-

werker nieder.

Nach Aufgabe des fränkischen Königshofs wur-

de Weißenburg im 10./11. Jh. Sitz der

Grafen im

Sualafeldgau

, anschließend setzte der König

Reichsministerialen

, vornehmlich Adelige aus

der Umgebung, zur Verwaltung ein. Unter den

Stauferkaisern erfuhr Weißenburg eine nach-

haltige Förderung. Die politische Entwicklung

Geschichte, Kultur und Wirtschaft gehören in Weißenburg zusammen. Römische und mittelalterli-

che Geschichte prägen noch immer das Stadtbild. Die Stadt ist weit über die Bezirksgrenzen hinaus

für den Kulturtourismus interessant.