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geschichte
Von Römern und stolzen Bürgern
In der Zeit ab dem 1. Jh. n. Chr. entstand bei
Weißenburg eine bedeutende
römische Mili-
tär- und Zivilsiedlung
mit Namen „Biricianis“.
Sie war ein zentraler Standort am
Raetischen
Limes
, der von der UNESCO zum Weltkulturer-
be ernannt worden ist. Dieser Limes, das teilre-
konstruierte
Kastell Biricianis
, die
Römischen
Thermen
, ein großer
Schatzfund
,
das Römer-
museum
und das
Limes-Informationszentrum
sorgen dafür, dass man die römische Geschichte
in Weißenburg noch heute sehen, fühlen und
erleben kann.
Dem römischen Zentralort folgte eine Besiede-
lung durch die
Alemannen
. Erste nachweisbare
Spuren weisen auf einen Herrenhof im Bereich
des heutigen Platzes
An der Schranne
hin. An
Stelle der jetzigen Kunsthalle entstand wohl um
665 der erste Vorläuferbau der St.-Martinskir-
che. Das zu dieser bäuerlichen Siedlung gehöri-
ge Reihengräberfeld außerhalb der Altstadt wird
dem 6./7. Jahrhundert zugeordnet.
Den zweiten frühmittelalterlichen Siedlungs-
kern markiert ein
fränkischer Königshof
(867
erstmals urkundlich erwähnt), der im Zuge der
fränkischen Reichsorganisation wohl im späten
7. Jh. angelegt worden ist. Er lag vermutlich im
Bereich des heutigen
Martin-Luther-Platzes
. Es
liegt nahe, dass sich in diesem Stützpunkt auch
Karl der Große
aufhielt, um den Bau der „Fos-
sa Carolina“ (erste Wasserverbindung von Main
und Donau südlich von Dettenheim) zu über-
wachen. Im Unterschied zu der eher dörflichen
Siedlung um St. Martin ließen sich östlich und
nordöstlich des Königshofs Kaufleute und Hand-
werker nieder.
Nach Aufgabe des fränkischen Königshofs wur-
de Weißenburg im 10./11. Jh. Sitz der
Grafen im
Sualafeldgau
, anschließend setzte der König
Reichsministerialen
, vornehmlich Adelige aus
der Umgebung, zur Verwaltung ein. Unter den
Stauferkaisern erfuhr Weißenburg eine nach-
haltige Förderung. Die politische Entwicklung
Geschichte, Kultur und Wirtschaft gehören in Weißenburg zusammen. Römische und mittelalterli-
che Geschichte prägen noch immer das Stadtbild. Die Stadt ist weit über die Bezirksgrenzen hinaus
für den Kulturtourismus interessant.




