1648) an den Würzburger Fürstbischof
verschenkt hatte. Doch nun, ein Jahr nach
dem Westfälischen Frieden (1648), der das
Ende des großen Krieges besiegelte, wur-
den die Dörfer wieder Freie Reichsdörfer.
Und diese Freiheit wird seitdem in Gochs-
heim und Sennfeld noch jedes Jahr kräftig
als Kirchweih gefeiert. Der Höhepunkt der
Kirchweih, die nach strengen Regeln ab-
läuft, ist heute wie vor fast 400 Jahren noch
immer der Plantanz: Dann drehen sich die
Planpaare in historischen Trachten auf dem
Plan zur Musik, sie tanzen Walzer, Dreher,
Rheinländer und Schottisch. Danach tanzt
die Festgesellschaft.
Der Ablauf der Kirchweihen in Gochsheim
und Sennfeld mit dem Programm der ei-
gentlichen Feierwoche (um den zwölften
Sonntag nach Trinitatis, erster Sonntag im
September) und der eine Woche darauf
folgenden Nachkirchweih ist fast identisch.
Kennzeichnend für das Schweinfurter Land
sind – wie im ganzen Frankenland – die
traditionsreichen Feste, die das ganze Jahr
über gefeiert werden. Glanzpunkte setzen
dabei die Kirchweihen in den Ortschaften,
die Erntedankfeste, das Maibaumaufstellen
und natürlich die Weinfeste und Bierfeste.
Ein Highlight im Veranstaltungskalender des
Schweinfurter Landes sind die
Kirchwei-
hen mit ihren Plantänzen in Gochsheim
und Sennfeld,
die immer am ersten Sep-
tember-Wochenende tausende Besucher
anlocken.
Sie haben vor Freude gesungen, sie haben
Musik gemacht, sie haben Gott gedankt
und die jungen Leute haben auf dem Platz
vor der Kirche, dem Plan, getanzt: Im Jahr
1649 bekamen Gochsheim und Sennfeld
ihre Reichsfreiheit wieder zurück, die Kaiser
Ferdinand II. im Dreißigjährigen Krieg (1618-
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