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Burglengenfelder Stadtarchiv

Stadtarchive sind Orte, in denen das Gedächtnis der

Stadt bewahrt wird: Hier konzentriert sich die Erinnerung

an gute und schlechte Zeiten, an Kriege und Perioden

des wirtschaftlichen Aufschwungs und Wohlstands. Wer

einmal anfängt, sich mit der eigenen Geschichte zu be-

schäftigen, kann manchmal überraschende Einsichten

gewinnen: Wem ist normalerweise schon bewusst, dass

Burglengenfeld bis 1808 staatsrechtlich weder zur Ober-

pfalz noch zu Bayern gehörte, sondern pfalz-neuburgisch

war und sich die Hauptstadt in Düsseldorf, Heidelberg

oder Mannheim befand?

Burglengenfeld – „das gewaltige Landgericht am Nord-

gau“ – ist eine Stadt mit reicher historischer Vergangen-

heit. Das Stadtarchiv Burglengenfeld bietet deshalb einen

guten Ausgangspunkt für interessierte Bürgerinnen und

Bürger, sich wieder einmal mit der Geschichte der Hei-

matstadt bzw. der eigenen Familie zu beschäftigen. Auch

für Schülerinnen und Schüler bzw. Studierende kann das

Stadtarchiv das Ausgangsmaterial für eigene Forschun-

gen liefern. Selbstverständlich besitzt das Stadtarchiv

neben den Beständen der Stadt Burglengenfeld das

Schriftgut der Gemeinden, die im Rahmen der kommu-

nalen Gebietsreform (1970-1978) eingemeindet wurden.

Den Anfang macht eine Urkunde aus dem Jahre 1387,

am Ende stehen die Entwicklungen der siebziger Jahre

des 20. Jahrhunderts. Obwohl das Ende in einem Stadt-

archiv normalerweise nie erreicht wird (auch in der Ge-

genwart fallen in der städtischen Verwaltung Akten an

und werden archiviert), gibt es eine Beschränkung durch

das Bayerische Archivgesetz: Im Regelfall werden aus

Datenschutzgründen nur Akten vorgelegt, die älter als 30

Jahre sind. Personenbezogene Daten (z.B. Zeugnisse)

können nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn

die betroffene Person vor mehr als zehn Jahren gestor-

ben ist. Die eigenen Zeugnisse können aber selbstver-

ständlich immer eingesehen werden.

Alle anderen Urkunden, Akten, Bücher, Zeitschriften und

Fotos stehen den Benützern uneingeschränkt zur Ver-

fügung. Auch wenn die Überlieferung der städtischen

Verwaltungsakten nicht immer vollständig ist, besitzt

das Stadtarchiv immer noch viele Dokumente aus dem

16. und 18. Jahrhundert. Entsprechendes gilt für das 19.

und 20. Jahrhundert: Nicht alle Dokumente wurden auf-

bewahrt oder sind überliefert, aber trotzdem kann das

Archiv immer noch viele Fragen beantworten.

Familienforscher finden im Stadtarchiv die Meldedaten

ab 1876. Personenstandsunterlagen (also Geburts-, Hei-

rats-, und Sterbeurkunden) ab diesem Zeitpunkt hält das

Standesamt der Stadt bereit. Für die Jahrzehnte zwischen

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