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Nach dem Bau im Jahr 1315 wurde die

Katholische

Pfarrkirche St. Vitus

gemäß der verschiedenen Epo-

chen kontinuierlich aus- und umgebaut. Herzog Philipp

stiftete der Kirche im Jahr 1537 drei Glocken, die noch

im Dienst stehen. Nach der Reformation wurde St. Vitus

von 1542 bis 1617 als evangelische Pfarrkirche genutzt.

Im Jahr 1891 begannen die Erhöhung des Kirchturmes

und der Bau des neuromanischen Portals. 1938 entstand

auf Initiative von Pfarrer Josef Graf ein Choranbau mit

Kuppel. Besonders beeindruckend sind die restaurierten

Deckengemälde aus dem Jahr 1748 und der Rotmar-

morepitaph aus dem Jahr 1541.

Die

evangelische Christuskirche

gehörte einst zum

Kapuzinerkloster in Burglengenfeld, das Anfang des 18.

Jahrhunderts erbaut wurde. Im Zuge der Säkularisation

mussten die Mönche die Stadt verlassen. Das Kloster

wurde zunächst zum Lagerhaus umfunktioniert; die Kir-

che selbst diente einst unter anderem auch als Feuer-

wehrgerätehaus.

Auf demGelände der einstigen Pfarrei St. Georg aus dem

16. Jahrhundert steht seit demAbriss im Jahr 1815 einzig

der gotische Kapellenbau, die

St. Anna-Kapelle

. Hier

liegt die eigentliche Wiege der Stadt. Die Kapelle beher-

bergt, heute vom Friedhof umgeben, zahlreiche Epitaphi-

en und Grabsteine aus der Zeit zwischen dem 16. und

dem 19. Jahrhundert für pfalz-neuburgische Räte und

Landrichter sowie katholische und evangelische Geist-

liche. Im Außengiebel befindet sich eine gotische Stein-

figur aus der Zeit um das Jahr 1400. Die Ostwand ziert

eine Renaissance-Gedenktafel mit lateinischen Versen.

Die

Pfarrkirche St. Josef

wurde 1979 fertig gestellt und

hat seitdem als radikal moderner Kirchenbau weit über

die Region hinaus Aufmerksamkeit erregt. Äußerlich er-

innert das Gebäude mit dem frei stehenden Glockenturm

kaummehr an ein traditionelles bayerisches Gotteshaus.

Dennoch zählt St. Josef, nahezu gänzlich aus Holz, Glas

und Stahl erbaut, zu den herausragendsten Beispielen

für den modernen Kirchenbau in ganz Bayern. Die Kirche

wurde schon kurz nach Fertigstellung von der Fachwelt

mit zahlreichen ehrenvollen Preisen ausgezeichnet, etwa

1981 mit dem Preis des Bundes Deutscher Architekten,

1982 mit dem Deutschen Holzpreis und 1983 mit dem

Deutschen Architekturpreis. 1984 schließlich erhielt die

Kirche als Sieger unter 114 Bewerbern den weltweit hoch

angesehenen „Mies van der Rohe Award for European

Architecture“.

Pfarrkirche St. Josef – ein radikal moderner Kirchenbau

Christuskirche am Bonhoefferplatz

Der Örtl-Turm am Stadtgraben

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