und das Königstor. Die Stadtmauer aus der
staufischen Zeit ist als Mauerring weitgehend
erhalten.
Die Familie von Oettingen zählt zu den ältes-
ten Adelsgeschlechtern in Bayern. Um 1141
ist die Familie erstmals urkundlich nachzu-
weisen, 1147 führten sie bereits den Grafen-
titel. Zwischen dem 15. und 17. Jahrhun-
dert kam es im Hause Oettingen zu mehre-
ren Teilungen, aus denen die heute exis-
tierenden Linien Oettingen-Spielberg und
Oettingen-Wallerstein hervorgingen. Im
Besitz der Spielberger Linie befindet sich bis
heute neben der Burg Spielberg und dem
Schloss Hirschbrunn in Dornstadt auch das
Fürstliche Residenzschloss Oettingen
. Es
wurde in der Zeit von 1679 bis 1687 erbaut.
Besonders sehenswert sind der Festsaal und
die prächtigen Repräsentations- und Wohn-
räume. Im Festsaal mit seiner großartigen
Akustik finden von Mai bis Oktober die Oet-
tinger Residenzkonzerte statt. Die kostbare
Ausstattung kann im Rahmen einer Führung
besichtigt werden. Im Erdgeschoss ist eine
Zweigstelle des Völkerkundemuseums Mün-
chen untergebracht.
Das
Rathaus
ist einer der prächtigsten Fach-
werkbauten Schwabens und ein geschütztes
Baudenkmal. Das steinerne Erdgeschoss
wurde 1431 gebaut, wie der Stein über dem
Portal belegt. Die oberen zwei Stockwerke und
das eindrucksvolle Dachgebälk der vier Dach-
geschosse entstanden 1480. Im Rahmen der
umfassenden Renovierung von 1986 bis 1993
wurde das angrenzende Fachwerkhaus aus
dem 17. Jahrhundert baulich angeschlossen.
Das Innere des Gebäudes wurde den Bedürf-
nissen einer modernen Verwaltung angepasst.
Dennoch besitzt es mit seiner Bretterdecke
mit Balkendurchzug und Stützbögen noch viel
alte Bausubstanz. Im Erdgeschoss befinden
sich die städtische Tourist-Information und
das Geopark-Infozentrum.
Am Platz der heutigen
katholischen Pfarr
kirche St. Sebastian
stand bis 1467 das
Haus eines Schusters, in dem sich am
Sebastianstag ein Blutwunder ereignet
haben soll. Graf Ulrich zu Oettingen ließ
zunächst eine Kapelle und kurze Zeit später
die Kirche bauen. Mitte des 19. Jahrhunderts
wurde das Kirchenschiff abgerissen und
neu erbaut. Der Bau der evangelischen
Pfarrkirche St. Jakob
begann im 14. Jahr
hundert. Die Barockkirche liegt an der
Kreuzung der zwei Jakobs-Pilgerwege. Die
Jakobus-Statue vor der Kirche begrüßt auch
heute noch zahlreiche Pilger.
| 31
K U L T U R
Das Residenzschloss der
Fürsten zu Oettingen-
Spielberg, die heute noch in
Oettingen leben.




