Bürgerinformationsbroschüre Markt Feucht - page 19

Der eindrucksvolle Fachwerkbau des
Zeidelmuse­
ums
aus dem 17. Jahrhundert (mehr über das
Museum s. Seite 47) gehörte ursprünglich zum
Pfinzingschloss. In den 1920er Jahren kam das
Anwesen in den Besitz der Familie Hutzler, nach
der das Haus heute benannt ist. Der Bienenstock
auf dem Ausleger über der Eingangstür weist
auf die heutige Nutzung des Gebäudes hin. Im
Museum können die Besucher erfahren, was das
Wort „ausbeuten“ mit den mittelalterlichen Honig-
stöcken, den Beuten, zu tun hat, wie die Zeidler,
also die Imker, früher lebten und arbeiteten, und
wie wichtig Bienen für die Landwirtschaft und die
Artenvielfalt sind.
Gleich neben dem Zeidelmuseum befindet sich die
Gemeindebücherei in einem Anbau des Hutzlerhau-
ses. Leicht zurückversetzt hinter der Gemeinde-
bücherei entdeckt man dann das Pfinzingschloss.
Die gelb-schwarze Tür am
Pfinzingschloss
zeigt die
Farben des Patriziergeschlechts der Pfinzing, das
das Schloss Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete.
Im zweiten Markgrafenkrieg brannte das Schloss
1552 nieder. Zehn Jahre später baute es die Patri-
zierfamilie Tetzel in seiner heutigen Form wieder
auf. Von 1943 bis 1988 gehörte der Bau dem
Raumfahrt-Pionier Hermann Oberth. Dann erwarb
die Gemeinde Feucht das Pfinzingschloss. In der
wieder in ihrer ursprünglichen Form hergestellten
Eingangshalle finden heute Konzerte und Aus-
stellungen statt. In den oberen Geschossen sind
Teile der Verwaltung untergekommen. Seit 1989
erinnert eine Ausstellung in einem Nebengebäude
an das Werk des Feuchter Ehrenbürgers Hermann
Oberth (s. Seite 47).
Der Drei-Schlösser-Rundweg führt
weiter über die Pfinzingstraße in
den Leutschacher Weg zum Frie-
drich-Wilhelm-Raiffeisen-Steg,
wo man bei einem kleinen Abste-
cher eine Pause am renaturierten
Gauchsbach einlegen und die ver-
schiedenen Kunstwerke bewundern
kann. Zurück am Steg folgt man den
Schildern Richtung Tucherschloss.
Das
Tucherschloss
mit seinem Barockgarten war
früher der Herrensitz der Nürnberger Patrizier-
familie Herdegen-Tucher. Der Bau erhielt seine
heutige Form in den Jahren 1590/91. Zum
Anwesen gehörte auch ein kunstvoll angeleg-
tes „Lustgärtlein“. Im Laufe der Zeit wurde das
Schloss immer wieder umgebaut, wodurch viel von
der ursprünglichen Bausubstanz zerstört wurde. So
verschwanden zum Beispiel im 19. Jahrhundert
die vier kleinen Ecktürme. In den 1990er Jahren
kaufte ein Architekt den Bau und sanierte das
Tucherschloss denkmalgerecht. Dabei rekonstru-
ierte er auch die vier Ecktürme. Vor dem impo-
santen Bau entstand mit dem neu gestalteten
Barockgarten ein kleines Schmuckstück, das zum
Verweilen einlädt. Im offenen Bücherschrank
finden die Besucher dort immer wieder neuen
Lesestoff.
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