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Kellergasse mit Kreuzberg, um das Jahr 1900

Das Neue Stadthaus

Pfalzgraf Ottheinrich

Aufgrund der großen Schuldenlast seines Bruders Phi-

lipp übernahm Pfalzgraf Ottheinrich am 4. April 1541

den Landesteil seines Bruders. Unter der Regierung der

beiden Pfalz-Neuburger Herzöge nahm Burglengenfeld

einen bedeutenden Aufschwung. Am 15. November 1542

wurde “Lengfeld” das Stadtrecht verliehen. In der Verlei-

hungsurkunde heißt es „...und für ewige Zeit eine Stadt

sei, die Burglengenfeld heißt und genannt werden soll“.

Das bedeutendste Ereignis im Rahmen dieser Rück-

besinnung auf diese namhafte Gestalt der bayerischen

Geschichte aber ist das Erscheinen eines groß angeleg-

ten und umfangreichen ”Bildbandes”. Es handelt sich

um die Publikation einer erst wenige Jahre zuvor wie-

derentdeckten Folge von fünfzig Aquarellansichten von

Städten, darunter auch Burglengenfeld, die Ottheinrich

auf einem spektakulären Ritt von Neuburg nach Krakau

im Winter 1536/37 berührt hatte.

Ottheinrichs Name lebt bis heute auch im berühmten

Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses weiter.

Josefine Haas

Von herausragender Bedeutung als Begründerin diverser

Stiftungen ist Josephine Haas, spätere von Lengenfeld-

Pfalzheim. Die gebürtige Burglengenfelderin und spätere

Wahl-Wienerin stammte als Tochter eines Burglengenfel-

der Schullehrers aus ärmlichen Verhältnissen. Sie schuf

an der Seite des Malteserritters Graf von Lerchenfeld

ein beachtliches Vermögen, welches zum Teil bis heute

existiert und jedes Jahr bedürftige Mädchen in den Ge-

nuss eines Geldgeschenks kommen lässt. Drei Einrich-

tungen in Wien (die U-Bahnstation der Linien U6 und

U4, die Längenfeldgasse und - weniger bekannt - das

Gebäude Haebergasse 1, ein Kindergarten und Hort der

Stadt Wien) tragen heute den Namen der Wohltäterin,

in Burglengenfeld ist unter anderem der Josefine-Haas-

Kindergarten nach ihr benannt.

Anton Paulus

Die älteste – handschriftlich abgefasste – Stadtchronik

stammt von Anton Paulus, einem in Burglengenfeld ge-

borenen Rentamtssekretär und Kanzleischreiber, der im

Jahr 1846 im Alter von 30 Jahren ein voluminöses, leder-

gebundenes, goldschnittverziertes und mit (vermutlich)

eigenhändigen Illustrationen versehenes Buch begann,

das er über mehrere Jahrzehnte fortführte. Es trägt den

bildungsbürgerlich-lateinischen Titel „Chronica Burglen-

genfeldensis ex veridicis indiciis composita“, also ein

Zeitbuch Burglengenfelds aus wahrhaftigen Angaben

zusammengestellt.

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Geschichte