Großhabersdorf
„Ganz großes Kino“
Der Bibertbahn, kurz „Bärbäla“, trauern viele Land-
kreisbewohner hinterher. Doch für keine Gemein-
de war ihre Stilllegung 1986 so schmerzhaft wie
für Großhabersdorf. Denn die Kommune verdankte
ihren Aufschwung mehr als alle anderen dem An-
schluss an das deutsche Eisenbahnnetz im Jahre
1914.
Freilich kommen die Großhabersdorfer heute auch
gut ohne die „Bibertbärbel“ zurecht. Fast jeder
Haushalt besitzt – im Gegensatz zu 1914 - ein
Auto und seit 1988 ist die Gemeinde über zwei
Buslinien an den Verkehrsverbund Nürnberg an-
geschlossen. Darüber hinaus liegt Großhabersdorf
direkt an den Staatsstraßen 2245 nach Nürnberg
sowie der Staatsstraße 2246 nach Ansbach.
Ausschlaggebend für den Bevölkerungszuwachs
war jedoch nicht die Eisenbahn, sondern die 1971
und 1972 freiwillig durchgeführten Eingemein-
dungen der bis dahin selbständigen Gemeinden
Unterschlauersbach mit Oberreichenbach sowie
Fernabrünst mit Vincenzenbronn und Wendsdorf.
Vor der Gebietsreform lag die Einwohnerzahl im
Jahre 1970 bei 2162, danach 1975 bereits bei 3338.
Ebenfalls auf Antrag wurde 1972 die Ortschaft
Hornsegen der ehemaligen Gemeinde Deberndorf
nach Großhabersdorf eingemeindet. Bei den Bür-
gerversammlungen in Unterschlauersbach und
Oberreichenbach stimmten die Bewohner der Ein-
gemeindung mit 35:0 beziehungsweise mit 23:0
Stimmen zu. Heute besitzt Großhabersdorf neun
Ortsteile. Von 1976 bis 1998 bildete man mit der
Nachbargemeinde Ammerndorf eine Verwaltungs-
gemeinschaft. Dadurch verteilte sich der Verwal-
tungsaufwand auf mehrere Schultern. Zudem
konnte der Markt Ammerndorf 1998, nach dem
die Einwohnerzahl über 2000 wuchs, wieder selb-
ständig werden. Zusammen mit dem ehe-
maligen Partner gehört Großhabersdorf
heute der Kommunalen Allianz „Bibert-
tal-Dillenberg“ an.
Großhabersdorf
105




