Informationsbroschüre Georgensgmünd - page 66

66
Im Jahr 1989 gründete Bernd Krebs
(Jahrgang 1962) seine Firma. In einer
Garage in Schwabach fertigte er die
ersten Präzisionswerkzeuge. Heute hat
seine Firma toolcraft 230 Mitarbeiter.
Sie stellen Präzisionsteile, Baugruppen,
Werkzeuge, Formen und Spritzgussteile
im High-End-Bereich von einem Stück
bis zur Kleinserie her. Teile von toolcraft
sind in Formel 1-Fahrzeugen, in den
DTM- und Le Mans-Rennautos sowie in
Flugzeugen und Satelliten verbaut. Aber
auch hochpräzise Optiken und miniatu-
risierte Hörgeräte werden von toolcraft
gefertigt.
Herr Krebs, warum sind Sie
1992 mit Ihrer Firma nach
Georgensgmünd gekommen?
In Schwabach arbeiteten wir zur Unter-
miete in einer Garage im Hinterhof. Als
der erste Erfolg kam, mussten wir uns
vergrößern. Ich kam in Kontakt mit dem
damaligen Bürgermeister Klaus Wer-
nard. Der war ganz unkompliziert. Er hat
uns ein Grundstück mit 2200 Quadrat-
metern Fläche im neuen Georgensgmün-
der Gewerbezentrum zum Kauf angebo-
ten. Er machte mir sogar das Angebot,
dass der Grund billiger werde, wenn ich
mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen
würde. Das war ein großer Vertrau-
ensvorschuss. Aber ich habe es ausge-
schlagen, weil ich nie dachte, dass meine
Firma so groß werden würde. Im ersten
Jahr hatten wir acht Mitarbeiter und eine
Halle mit 450 Quadratmetern Fläche.
Warum haben Sie den Schritt
in die Selbstständigkeit ge-
wagt?
Ich wollte mein eigener Herr sein. Meine
Großväter waren Knechte, mein Vater
ein Maurer. Ich bin also in bescheidenen
Verhältnissen groß geworden. Wenn ich
weiter als Angestellter in meiner alten
Firma gearbeitet hätte, hätte ich mich
nicht entfalten können. Weil ich diese
Freiheit brauchte, habe ich den Schritt
gewagt und die erste Maschine auf Pump
gekauft. Die viele Arbeit oft an Wo-
chenenden und bis in den späten Abend
hat sich ausgezahlt. Der Kundenkreis
wuchs und ich wurde selbst zum Chef.
Die Grenze von zehn Mitarbeitern war
schnell überschritten.
Haben Sie eigentlich Benzin
im Blut? Oder wie kommt man
L E B E N U N D A R B E I T E N
dazu, Zulieferer aller großen
Rennteams zu werden?
Nein, ich habe keine Rennsportvergan-
genheit. Und ich fahre auch keinen Sport-
wagen. Das passt nicht zu meiner Vor-
stellung als Firmen-Chef. Ich investiere
mein Geld lieber in die Firma. Aber zum
Thema Rennsport: Ich hatte Kontakt mit
der Firma Audi. Man fragte mich, ob ich
bestimmte Teile fertigen könne. Das war
eine große Herausforderung. Aber wir
haben das gemeistert.
Und nach Audi kamen die
anderen Teams?
Ja. BMW hatte den Plan für ein hoch-
kompliziertes Teil, das uns viele Nächte
Kopfzerbrechen bereitet hat. Aber fünf
Wochen später sind wir mit dem Teil
gekommen. Und die Leute bei BMW
waren begeistert. Inzwischen haben wir
Bernd Krebs mit seiner Tochter Angela
1...,56,57,58,59,60,61,62,63,64,65 67,68,69,70,71,72,73,74,75,76,...96
Powered by FlippingBook