dorfer Stadtmauer. Er wird heute als Gästeturm
der Stadt Altdorf genutzt. An der zum Stadtkern
abgewandten Seite sieht man links am Turm
das frühere hölzerne Toilettenhäuschen.
Bei einem kleinen Abstecher rechts aus der
Innenstadt geht es hinaus in die Neumark-
ter Straße. Dort befinden sich der kirchliche
Friedhof
und die
Magdalenenkirche
(gebaut
1741-1743). Besondere Sehenswürdigkeiten
des Friedhofs, der ab dem Jahr 1527 an dieser
Stelle angelegt worden ist, sind ein spätgoti-
scher Bildstock aus Sandstein (1430/1450) und
die Grufthalle (1641) mit Gräbern bekannter
Professoren.
Bei der Rückkehr in die Innenstadt entdeckt
man am
Unteren Markt
den neugotischen
Marktbrunnen
(1859). Der Brunnen erinnert
an den Kaufmann Joh. G. Amberger, der der Stadt Altdorf viel
Geld gespendet hat, um die Wasserversorgung in der Stadt zu
modernisieren.
Ein malerischer Gang führt vom Marktplatz zur Kiliansgasse.
Von dort gelangt man zum Platz
„Am Judenbühl“
. An diesem
Ort wurde im 14. Jahrhundert einer jüdischen Familie ein Wohn-
recht verbrieft. Die Familie zog zwar nicht nach Altdorf, der
Platz behielt aber trotzdem seinen Namen.
Am anderen Ende der Hermangasse steht das
historische Rathaus
(jetzt Kultur-Rathaus)
mitten amMarktplatz. Anfang des 15. Jahr-
hunderts gebaut, wurde es im zweiten Markgrafenkrieg 1553 zer-
stört – wie ein großer Teil Altdorfs auch. Ab 1565 wurde es wieder
neu errichtet: In den oberen Geschossen tagte die Verwaltung, im
Erdgeschoss gab es Fleisch- und Brotbänke und andere Krämerei-
en. Und auch die Waage stand dort. An der rechten Hausecke war
der Pranger mit Halseisen befestigt. Die Dacherker und Zwerchgie-
bel wurden Anfang des 20. Jahrhunderts angebracht.
Gegenüber dem historischen Rathaus befinden sich das ehe-
malige
Wirtshaus Schwarzer Bär
(Oberer Markt 1). Das Wirts-
haus erkennt man daran, dass über dem Chörlein des Hauses
die Figur eines schwarzen Bären steht. Im Haus Oberer Markt 9
befand sich ehemals
Wallensteins Quartier
. Albrecht von Wal-
lenstein hat während seiner Studienzeit in Altdorf 1599 dort
gewohnt. Allerdings waren es nur sieben Monate, die er in dem
ehemaligen Professorenhaus verbrachte, dann musste er Alt-
dorf wegen seiner wilden Eskapaden verlassen.
Eines der ammeisten fotografierten Motive Altdorfs ist das
Rothenberger Häusle
zwischen Rathaus und Laurentiuskirche.
Heute sind in dem Fachwerkhaus Teile des Stadtarchivs unter-
gebracht. Früher diente es als Beinhaus (als Friedhofskapelle) –
dort wurden die Gebeine der Toten aufbewahrt.
ImMittelalter lag der Friedhof gleich neben der
Laurentiuskirche
,
die sich direkt neben dem Häuschen erhebt. Die Kirche wurde 1387
im Zuge der Stadterhebung als dreischiffige Basilika neu gestaltet.
Kultur, Freizeit & Sport
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