Die
Heilig-Grab-Kapelle
am Hang des Gugelberges musste
einige Schicksalsschläge hinnehmen. 1728 erfolgte die erste
umfassende Renovierung. Im Zuge der Säkularisation ver-
kaufte die Bayerische Regierung die Kapelle 1811 an eine
Interessengemeinschaft aus der Neunkirchener Bürger-
schaft, die sie 1823 an die Pfarrei zurück verkaufte. 1951
entstanden erstmals schwere Schäden durch Erdrutsche
am Gugelberg, 1958 wurde die Kapelle durch einen Brand
fast völlig zerstört und bis 1961 wieder aufgebaut. Weitere
Erdbewegungen verursachten 1994 erneut schwere Beschä-
digungen, sodass die Kapelle von 1995 bis 2002 unter der
Obhut des Pfarrers Veit Dennert gesichert, statisch saniert
und komplett renoviert wurde.
Im Inneren der Kirche sind verschiedene wertvolle Kunst-
schätze zu besichtigen. Von 1989 bis 1995 wurde eine
grundlegende Renovierung mit einem Kostenaufwand von
6,3 Millionen DM durchgeführt. Im Rahmen der Arbeiten
wurde der Altarraum neu gestaltet, das Gestühl erneuert
und das Südportal geöffnet. Des Weiteren wurde auf den
Fundamenten des ehemaligen Kreuzganges ein Umgang
und ein zweigeschossiger Anbau mit Aufgang zu den
Emporen und zum Skriptorium errichtet. Im Rahmen der
Renovierung wurde auch der Kirchplatz neu gestaltet.
Erste Erwähnung fand die
Katharinenkapelle
um das Jahr
1313. Nachdem das ursprüngliche Bauwerk baufällig war,
wurde es 1427 durch einen Neubau ersetzt. Im späten
18. Jahrhundert wurde die Katharinenkapelle nicht mehr zu
Gottesdiensten benutzt und verfiel zunehmend. Nach 1804
diente das kleine Gotteshaus den verschiedensten, eher
unwürdigen Zwecken und wurde diesen entsprechend
umgebaut. 1969 kaufte die Marktgemeinde die Katharinen-
kapelle und ließ sie liebevoll renovieren. Der Künstler Felix
Müller gestaltete zunächst die Bronzetüre, später fanden
Werke wie die „Wilhermsdorfer Kreuzigung“ hier eine neue
Heimat. Seit der Profanierung wird die Kapelle als Kultur-
raum und Trauzimmer genutzt.
Das
Alte Rathaus
wurde 1718 im Barockstil mit Sandsteinen
errichtet. Das frühere Fachwerk-Rathaus aus dem Jahr 1552
wurde zuvor wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Verwal-
tung benötigte lange Zeit nur einen kleinen Anteil des zur
Verfügung stehenden Raums, sodass Unter- und Oberge-
schoss bis in die 1960er Jahre hinein zeitweise als Verkaufs-
räume, Praxen und Wohnraum genutzt wurden. Mit der
Größe des Marktes und seiner Einwohnerzahlen wuchs
auch der Platzbedarf der Verwaltung. Die Raumnutzung im
Alten Rathaus wurde zwar kontinuierlich optimiert, der
teilweise Umzug verschiedener Ämter im Jahr 1987 war
aber unausweichlich. Im Jahr 2010 wurde das Gebäude
saniert, es beherbergt heute das Standesamt und das Ord-
nungsamt. Auf der Ostseite befindet sich ein Lebensbaum
als monumentale Holzplastik des Neunkirchener Bild
hauers Felix Müller.
Seit 1987 findet sich die Mehrzahl der Verwaltungsabtei-
lungen des Marktes im
Neuen Rathaus
, in der ehemaligen
Klosterschule
. Der aufwendige und lohnende Umbau des
Fachwerk-Juwels kostete damals rund 2,5 Millionen
D-Mark. Das Gebäude wurde 1612 als Amtsgebäude des
Hochstifts Bamberg von Fürstbischof Johann Gottfried von
Aschhausen errichtet. Es ist eines der wenigen Häuser in
Neunkirchen am Brand, die den Dreißigjährigen Krieg im
frühen 17. Jahrhundert weitestgehend unbeschadet über-
standen haben. Neben den Schulräumen gab es auch Woh-
nungen für Pfarrer und Schulmeister. Nach aufwendigen
Renovierungsarbeiten in den Jahren 1880 und 1933 diente
das Gebäude bis 1960 als Schule. Nach einer vorüber
gehenden Wohnnutzung und der Generalsanierung trägt es
seit 1987 den würdevollen Namen Neues Rathaus.
Katharinenkapelle
Pfarrkirche St. Michael in
der Abendsonne
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